Zeit der trunkenen Pferde
time for drunken horses / Zamani barayé masti asbha
"It's very cold today. Give them four bottles."
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Iran 2000
R: Bahman Ghobadi
D: Ayoub Ahmadi, Rojin Younessi, Amaneh Ekhtiar-dini, Madi Ekhtiar-dini
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Was unter so lyrischem Titel daherkommt, ist eine beinhart und fast Dokumentation über das Leben iranische Kurden an der Grenze zum Irak, für die Schmuggel der einzig einträgliche - wenn auch lebensgefährliche - Lebensunterhalt ist.

Die Geschichte, die hier so unprätentiös und mit einer fast schon sturen Beiläufigkeit  daherkommt, könnte genauso gut in ein Handtuchkino-Melodram passen: Madi ist fünfzehn, kleinwüchsig und verkrüppelt. Spritzen helfen nicht mehr gegen seine Schmerzen. Sein Vater schlägt sich als Schmuggler durch, die Mutter bei der Geburt des fünften Kindes gestorben.
Als der Vater beim Weg über die Grenze auf eine Mine tritt, kommen die fünf Waisen bei ihrem Onkel unter. Ayub, der Zweitälteste, bricht die Schule ab und verdingt sich als Schmuggler, doch das bringt nicht viel Geld. Als sich Madis Zustand verschlechtert, willigt die älteste Tochter in die Heirat mit einem reichen Iraki ein, um Madi die lebensverlängernde Operation zu ermöglichen...

Was diesen Film stark macht: keine Anklage, keine Betroffenheitslyrik,  keine Bitte um Mitleid, kein "schaut wie gut es euch geht", kein Heldenepos über kleine Männer und große Dinge. Der Film zeigt eine rauhe Geschichte, alles darüber hinaus liegt im Auge des Betrachters.  Dennoch bezieht Ghobadi Stellung, für den täglichen Überlebenskampf eines Volkes: "Schaut, das sind Kuden, und so leben sie."

Die schonungslose Offenheit, paßt wenig zu dem zensurgeformten iranischen Kino - siehe Jafar Panahis "The Circle" (2001). Und so sind die harten Bilder nichts für jedermann, und schon gar keine Samstagabendunterhaltung. Aber trotzdem sehenswert - und sei es nur als eine  Stunde Völkerkunde.